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swissalpine Davos K78

swissalpine Davos, K78

Da ich vom Berglauf in Zermatt so begeistert war, schenkte mir Johannes einen Startplatz für den swissalpine in Davos (1538 m ü.M.). Damit ich nicht alleine laufen musste, meldete er sich gleich mit an.
Der swissalpine bietet verschiedene Läufe an: K10, K21, K30, K42 ( Start in Davos/Ziel in Bergün oder Start in Bergün/Ziel in Davos), K78.

Die Rahmenbedingungen für den K78 laut Ausschreibung sind:

-                     79 km, tatsächlich 82 km
-                     Höhenmeter +2660/-2660, tatsächlich +2852/-2841
-                     Zeitfenster 14 Std.
-                     Stöcke sind nicht erlaubt

Beim Kauf eines swissalpine Startplatzes erhält man automatisch Tickets für die Regiozüge sowie für verschiedene Bergbahnen.

Wir reisten Donnerstags an und fuhren Dreitags einen Teil der Laufstrecke mit dem Zug ab. Auf einmal hatte ich überall Wehwehchen, schon vor dem Laufen - sychosomatische Symptome….
Der Start für K30, K42 und K78 erfolgte am Samstag pünktlich in aller Früh um 7.00 Uhr. Meine psychosomatischen Beschwerden waren zum Glück verschwunden...
Die ersten km führten uns durch Davos. Plötzlich sahen wir am Straßenrand ein paar „Ketscher“. Wir winkten uns fröhlich zu und weiter ging es. Der Weg führte uns aus Davos heraus. Nun ging es über Felder, Wiesen und ab in die Wälder, bergauf, bergab…
Mittlerweile hatte es zu regnen angefangen. Und es regnete und regnete und regnete….  Entgegen der Ausschreibung machten wir schon auf den ersten 15 km mehr Höhenmeter als angegeben. Das lag daran, dass die Streckenführung verändert worden war. Weniger Asphalt, dafür mehr Trail und dadurch mehr Höhenmeter und mehr km. Die landschaftlich reizvolle Strecke führte uns entlang des Gebirgsbaches, über Hängebrücken, durch 2 Tunnel, in denen es so dunkel war, dass man den Boden nicht mehr sah. Hier hieß es aufpassen, nur nicht über eine Bodenwelle stolpern….Nervenkitzel kam auf, als wir über eine Schlucht auf einem Viadukt entlang der Bahnlinie laufen mussten. Höhenangst darf man hier nicht haben. Und zwischendurch ging es immer wieder im Wald bergauf und bergab. Durch den ständigen Regen war der Boden mittlerweile aufgeweicht, die Wege wurden matschiger, die Pfützen größer und die Schuhe schwerer. Nach ca. 30 km erreichten wir Filisur (1032m ü.M.) und die K30er ihr Ziel. “Haben die`s gut“, dachte ich kurz, „bei dem Wetter“, aber weiter ging es, ab jetzt stark bergauf. Noch ca. 9 km bis Bergün (1365m ü.M.), bis  zum Ziel der K42er.
Hier überlegten wir kurz, ob wir weiterlaufen. Ziemlich durchnässt auf 2739 m hoch zu laufen will gut überlegt sein. Wir wärmten uns kurz auf, zogen die wenigen Klamotten, die wir noch dabei hatten an, sowie ein wunderschönes Einmalregenmäntelchen in Orange, für das ich sehr dankbar war, denn ohne dieses hätte ich wahrscheinlich abbrechen müssen. So gut gerüstet, wie es eben ging und gestärkt durch eine warme Bouillon, wagten wir den 2. Teil des Laufs. In Bergün startete dann auch der 2. Marathon. Die nächsten km ging es erst moderat bergauf, dann kam der eigentliche Anstieg zur Keschhütte (2632m ü.M.) Oben angekommen wurden wir mit fetziger Musik herzlich empfangen, was sich sofort positiv auf die Motivation auswirkte. Nach der Keschhütte ging es über Felsen steil bergab, weiter über eine Hochebene (Panoramatrail), die sich aber durch den Dauerregen in eine Sumpflandschaft verwandelt hatte. Außerdem kreuzte das viele Regenwasser, das nun die Berge herabfloss, immer wieder unseren Weg, so dass wir ständig über Steine auf die andere Seite balancieren mussten. Für die vielen Strapazen entschädigt wurde man aber, wenn man mal einen Blick in die Landschaft warf. Traumhaft schön. Tiefe grüne Täler, Gebirgsbäche, überall war Wasser, leider auch von oben J.
Weiter ging es nun wieder steil bergauf zum Sertigpass (2739 m ü.M.) Von dort aus mehrere km über ein riesiges Geröllfeld steil bergab. Bald hatten wir das schlimmste hinter uns und wie aber jeder weiß, ziehen sich die letzten km stark in die Länge. Wieder ging es durch die Wälder bergauf, etwas mehr bergab und irgendwann erreichten wir durchnässt, verdreckt bis zu den Knien, aber überglücklich nach 13:14 Std. und ein paar sec das Ziel in Davos.
Der K 78 ist ein sehr schöner Lauf, abwechslungsreich, anspruchsvoll und bei gutem Wetter traumhaft schön. Übrigens, nächstes Jahr ist Jubiläumslauf…
Und ich weiß jetzt auch, was das K bei K 78 bedeutet:
das K steht für KNALLHART
J J J

U.A.