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Langdistanz; Köln September 2014

Langdistanz; 4. Versuch;

Das Wasser ist lau und trüb, träge zieht das Ufer rechts dahin. Mir  ist langweilig. Kein Geprügel beim Start, schon nach 100 m trennt sich Spreu von Weizen. Rechts von mir schwimmt eine Gruppe ansonsten geht's immer an den unter Wasser gespannten Leinen der Regatta-Bahn des Fühlinger Sees entlang. Mehr als das erste Viertel ist bei der Brücke erreicht, unter der es durchzuschwimmen gilt. Danach wird das Wasser unruhig, der Wendepunkt ist noch lange nicht in Sicht. Irgendwann zieht die Gruppe rechts von mir nach links, glücklicherweise, sonst wäre ich noch an der Wendeboje vorbei geschwommen.

Der Weg zurück zieht sich. Mein Neo hat ein Loch und ist schon beim Einstieg ins Wasser vollgelaufen. Das macht Bleiarme und ich fühle mich wie eine Bleiente. Die Gruppe zieht dann auch weg und bevor ichs überhaupt mitbekommen habe, schwimme ich zwanzig Meter hinterher. Naja, wir sind ja schon auf dem Rückweg und auf ein paar Minuten solls mir beim Schwimmen nicht ankommen.

 

Irgendwie aber trotzdem ärgerlich. Auch die Krämpfe in Oberschenkel, Waden und Fuß stecke ich auf dem letzten Kilometer weg, schwimme kurz Brust oder Rücken. Merkt ja keiner. Das Wasser ist jetzt wieder  ruhiger und ich kann -  in weiter Ferne und dank neuer Linsen nach meiner Katarakt-OP  - das Bootshaus erkennen. Das kommt aber nur quälend langsam näher, aber nach 1:03:31 als Dritter in der AK steige ich dann aus dem Wasser, auch wenn die Ergebnisliste fälschlicherweise den 4. Platz ausweist. Die können halt nicht auf Drei zählen. Beim Ausstieg recken sich mir viele helfende Hände entgegen. Dann geht's Richtung Wechselzone, unterwegs winke ich noch Kirsten zu. Der Wechsel ist so lala.

Die Straßen sind alle gesperrt und in die erste Teiletappe vom Fühlinger See nach Köln läuft, wie der ganze Rest der Radstrecke, eigentlich ganz gut. Wendepunkt zur ersten Runde ist kurz nach der Deutzer Brücke in der  Innenstadt von Köln, vorher gilt es nur noch den Rheinufertunnel zu durchfahren. Das waren dann auch die beiden "schwierigsten Anstiege". Ansonsten ist die Strecke ja komplett flach. Das heißt aber auch: treten, treten, treten ohne Unterlass. Witziger Weise befindet sich zwischen Tunnel und Brücke unser Race-Hotel und man fährt quasi mitten unten durch. Am Beginn der Radrunde befindet sich eine Verpflegungsstelle, dort wird ein echt ekeliges rosa Iso-Getränk angeboten. Hab ich gleich wieder entsorgt.

Glücklicherweise ist heute nur ein leichter Wind, ich fahre mit einem  Schnitt von 31 km/h vor mich hin. Werde zwar ständig überholt, aber das kenn ich ja.  Trotz leerer Strecke bis fast am Ende der letzten Runde - da kamen die Mitteldistanzler dazu - wurde viel gelutscht, aber auch viele Zeitstrafen verteilt. So manche Frau hat sicherlich am nächsten Tag einen verrenkten Hals vom nach hinten gucken. Die drei Runden hab ich dann doch ganz gut hinter mich gebracht, zwei kurze Pausen inbegriffen (pinkeln und Lenker festziehen da die Strecke zur Hälfte echt ruckelig war).  Nach 5:42:45 Stunden auf dem Rad ging' dann zum Laufen.

Vom Rad abgestiegen in die Wechselzone gerannt, umgezogen, nochmal pinkeln und dann auf die Laufstrecke. Auch drei Runden. Erst am Kennedy-Ufer entllang bis zur Zoobrücke, dann wieder zur Wechselzone zurück, um das Hyatt herum und über die Eisenbahnbrücke, auf der anderen Seite runter, wieder am Ufer unter der Eisenbahnbrücke durch, unter der Zoobrücke durch, unter der Mühlheimer Brücke durch, Rundengummi an den Arm, wieder zurück, Mühlheimer Brücke unterqueren, Zoobrücke unterqueren, Eisenbahnbrücke unterqueren, Kirsten winken, Deutzer Brücke hoch (Wendeltreppe!) und drüber. Fertig ist die erste Runde. Die ging noch ganz gut. Die Zweite nur noch bis zur Hälfte, danach gings abwärts, die Dritte war dann nur noch ein Wechsel zwischen gehen und langsamem Traben. Egal, Hauptsache ins Ziel kommen und das, wenn schon nicht unter 11 Stunden auf alle Fälle noch im Hellen. Letzteres hat ja dann auch geklappt. Trotz der 5:13:04 Stunden für den Marathon.

Die Endorphine haben mein Blut beim Zieldurchlauf nicht zum Kochen gebracht, aber es war immerhin geschafft. Gesamtzeit: 12:09:35 Stunden. Trotz schlechter Vorbereitung muss ich dann doch zufrieden  sein. Letztendlich ging es ja auch nur ums Ankommen und nicht um die Zeit. Letzteres vielleicht beim nächsten Mal. Wir werden sehen. Thomas Claus, der auch über die Langdistanz gestartet ist, konnte den Triathlon leider nicht beenden. Er hat sich beim Schwimmausstieg an der Treppe leider den Zeh gebrochen und musste beim Laufen aufgeben.

Fazit: Die Gels des Veranstalters sind zum kotzen. Das rosa Iso-Zeugs auch. Die Radstrecke ist mit den Mitteldistanzlern deutlich zu voll, Pulks von 20-30 Mann keine Seltenheit. Die Strecken als Betrachter etwas langweilig. Sonst aber eine schöne, unkomplizierte und gut organisierte (manche sehen das anders) Veranstaltung, immerhin hatte ich mich erst Samstagabend angemeldet.