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44.Guts Muths Rennsteiglauf-da läuft was!

 Am Freitagnachmittag war es wieder soweit. Ich fuhr nach Eisenach, um am Samstag meinen dritten Rennsteig-Supermarathon anzugehen. Hier die beeindruckenden Zahlen dieses außergewöhnlichen Ultras:

  • 72,9 km
  • 1865 hm
  • 2127 Läufer im Ziel,
  • davon 406 Frauen

Insgesamt sind bei diesen Thüringer Volksfest bei allen Läufen und Wanderungen über 14000 Menschen unterwegs und 1600 Helfer.

Nach der traditionell schlaflos-aufgewühlten Nacht ging es früh morgens um 6 in Eisenach am Marktplatz los. Nachdem wir die Stadt Richtung Thüringer Höhen verlassen haben, war die nächste Siedlung erst wieder der Zielort Schmiedefeld, dazwischen über 70 km nur Wald und Wiesen. Das Wetter passte genau, die Stimmung war toll, und bei mir lief es gut.

Nach solider Vorbereitung,-Rodgau/Kandel/Freiburg/Weinstraßenmarathon- hatte ich doch ein wenig Sorge wegen einer leichten Plantarasehneentzündung drei Wochen vorher: ob das gut geht?  Bereits nach KM 7 waren alle Bedenken wie weggeblasen, und ich sah mich schon im Ziel. Die Strecke kam mir dieses Jahr doch schwerer vor als in Erinnerung. Bei KM 18 entdeckte ich im Publikum drei bekannte Gesichter vom Marathon Team Ketsch, mit denen ich ein wenig erzählte.

Nachdem wir uns die Steigungen mit z.T mehr als 20% bei KM 25 hinauf zum Inselberg gequält hatten, und man sich eigentlich auf ein flottes Runterlaufen freuen könnte, fiel mir ein, dass man am besten nur vorsichtig und kontrolliert bergabläuft, falls man das Ziel erreichen will. Also runterschalten und aufpassen.

Das alles war vergessen nach 37km. Die "Ebertswiese" ist schon kein Versorgungspunkt mehr sondern eher ein Volksfest: Musik, freundliche Menschen, Riesenauswahl an Verpflegung und ansteckend gute Stimmung. Und auch dieses Mal halte ich mich hier länger auf als nötig.

Nach 56km gebe ich blödsinnigerweise meinen Wunsch nach meine Nachrichten abzufragen zu telefonieren und mit der ASG WhatsApp Gruppe zu schreiben... was der Konzentration auf den Läufen nicht guttut, und so wurde ich vorübergehend langsamer.

Das Streckenptofil im Netz sagt aus, dass es ab KM 61 nur noch bergab geht und so neigt man mit müden Beinen dazu, die dann bei KM 63 und 66 dennoch auftauchenden Anstiege ein wenig persönlich zu nehmen. Aber auch das bekam ich zum Schluss noch hin und so erwartete mich im Ziel nach 9:05:37 Stunden schon das zweite Thüringer Volksfest des Tages, denn alle Läufer und Wanderer kommen hier an.

Und da fällt es mir wieder ein: "Das schönste Ziel der Welt,das ist Schmiedefeld " - das trifft genau mein Empfinden.  Als 164. Frau und 25. in meiner AK und persönlicher Bestzeit bin ich sehr zufrieden und werde diesen Kultlauf ganz sicher noch öfter laufen.

R.M