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Der Zermatt Ultra 2016

 ASG-Ultraläufer kämpfen sich bei Bergmarathon in Zermatt 45,595 Kilometer durch Schnee, Matsch und Kälte

Nach einem langen Anfahrtsweg in die Schweiz nach Zermatt stand nach der Abholung der Startunterlagen in St. Niklaus erst einmal Regenerieren auf dem Programm, bevor es wieder mit dem Zug von Träsch ins autofreie Zermatt ging. Einen Tag vor dem eigentlichen Ultralauf begaben sich die neun ASG-Ultraläufer zum Akklimatisieren auf den Gornergrat auf 3100 Meter Höhe. Das Matterhorn zeigte sich an diesem sonnigen und heißen Tag wolkenlos von seiner schönsten Seite. „Eine traumhafte Kulisse“, bezeichnete Cornelia Lang ihre ersten Eindrücke.

 

Früh aufstehen hieß es am darauffolgenden Starttag. Bereits vor sieben Uhr machte sich die neunköpfige ASG-Delegation mit dem Zug auf den Weg zum Start nach St. Niklaus und trifft dort auf das Marathon-Team Ketsch. Die erfahrenen Ultraläufer aus der Enderle-Gemeinde, die schon seit Jahren hierherkommen sprechen den ASG-Neulingen Cornelia Lang, Nathalie Klein, Namie Lorenz und Robert Lakus auf dem Gebiet Bergtrail ordentlich Mut zu, um die 2458 Höhenmeter und 46,595 Kilometer zu überwinden. Der Halbmarathon beginnt gleich mit heftigen Anstiegen. Klaus Auer, als erfahrener Läufer musste grippegeschwächt nach dem Halbmarathon in Zermatt aussteigen.

Nach einer kurzen Schleife in Zermatt ging es ab Kilometer 25 nur noch hoch. Die immer wieder motivierende Fangemeinde aus Ketsch machte mit ordentlichem Kuhglockengeläut den ASG-Läufern „Beine“. Das war auch für die beiden Nachzügler Cornelia Lang und Namie Lorenz bitter nötig, da das Duo immer die Angst im Nacken hatte am nächsten Kontrollpunkt wegen Zeitüberschreitung aus dem Rennen genommen zu werden, weil einige Streckenabschnitte nur im Gehen zu bewältigen waren. „ Ab Kilometer 32 wurde die Strecke immer schöner“, war sich Cornelia Lang mit ihren Mitstreitern einig.

Bei Kilometer 39 wurde das Geburtstagskind Heidi Zahn mit einem Geburtstagsständchen der Ketscher Fangemeinde und einer Bläserkapelle überrascht. Auch wenn das anschließende Tänzchen mit Ute Arnold etwas Zeit in Anspruch nahm und für Arnold den möglichen dritten Platz kostete, war es eine Riesengaudi für Heidi Zahn, die mit dem „Heidi-Lied“ auf die letzten  6,5 Kilometer verabschiedet wurde.

Die Bergpassagen wurden immer steiler und heftiger, bevor 500 Meter vor dem Marathonziel noch eine Zusatzschleife absolviert werden musste. Es wurde immer schlimmer: Die Baumgrenze war längst erreicht und die Luft wurde immer dünner und kälter, bevor der Gipfel des Gornergrat in 3089 Meter Höhe erreicht war. „Die letzten 600 Meter waren die Hölle“, sagte Cornelia Lang von der Strapazen gezeichnet. Geschafft haben es alle ASGler, sich die letzten 600 Meter durch Schnee, Matsch und Kälte hoch zu kämpfen.

Der Ultra-Debütant Robert Lakus erreichte nach 5:52 Stunden den Zielbogen, während die zweite Debütantin Nathalie Klein 6:42 Stunden benötigte. Aber auch Heidi Zahn, Claudia Biewald, Ute und Johannes Arnold waren völlig fertig und voller Stolz das Ziel erreicht zu haben. Die Heldin des Tages war aber zweifelsohne Namie Lorenz, die sich ohne Marathonerfahrung gleich an die Ultradistanz von 45,595 Kilometer gewagt hat und sich mit viel Disziplin und einem eisernen Willen mehr als achtbar aus der Affäre zog.                                                                                                                                          cry