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Mein erstes Mal – Ultra! (Zermatt)

Donnerstag 30.06.2016 8:00 Med-Center Hockenheim

Ich stehe leicht bis strak nervös, gespannt und voller Vorfreude auf dem Parkplatz und kann es kaum glauben. Das Abenteuer beginnt, mein erster Ultramarathon wird in 4 Tagen hinter mir liegen!

Berge, Laufen und die begeisterten Erzählungen von Klaus nach seinem Lauf 2015 lassen mich die große Herausforderung per Mausklick an einem Abend Ende 2015 besiegeln. St. Nikolaus - Zermatt – Riffelberg – Gornergrat – ich komme!

Und jetzt stehe ich hier und warte auf unsere kleine Fahrgemeinschaft Richtung Zermatt. Insgesamt machen sich mit Ute, Johannes, Claudia, Klaus, Conny, Heidi, Nathalie und mir 8 ASG`ler auf zum Ultra. Dazu kommen mit Robert (ebenfalls Ultra) Karl und Denis (Marathon) noch drei weitere Hockenheimer.

Begleitet und hervorragend betreut, beruhigt, motiviert, fotografiert und mit viel Herz und Leidenschaft angefeuert von Petra, Stefan, Torsten und Stefanie – was wären wir nur ohne Euch!!!

Nach 6 Stunden Autofahrt inklusive 5 Sterne Picknick geht es zur Startnummernausgabe nach St. Nikolaus, weiter über Täsch nach Zermatt… diese Strecke werden wir in zwei Tagen zu Fuß hinter uns bringen … und haben dann erst die Halbmarathondistanz geschafft! In Zermatt treffen im Laufe des Nachmittages dann alle ASG`ler plus Anhang ein und bei einer kleinen Runde durch Zermatt und Käsefondue vergesse ich für ein paar Stunden meine Aufregung.

Freitag früh zeigt sich das Matterhorn nun auch endlich von seiner unbewölkten Seite und mit schönen Blicken aufs Matterhorn geht es heute noch mit der Bahn den Berg hoch, den wir morgen Schritt für Schritt unter unsere Füße nehmen werden.

Die Kilometer Schilder stehen für uns schon bereit und ich überlege wie ich mich wohl morgen fühlen werde, wenn ich an Kilometer 32 vorbei Laufe…

Kurz vor der Zielbesichtigung am Gornergrat begegnen wir auch den Läufern vom Marathon-Team Ketsch, die schon Zermatt Urgesteine sind und teilweise bereits zum 10. Mal den Ultramarathon finishen werden!

Am Gornergrat brenne ich mir das Bild vom Ziel förmlich ins Hirn … ich habe unheimlich Respekt vor den vor mir liegenden 45,6 km und 2.600 zu bewältigenden Höhenmetern… was werde ich morgen fühlen, denken und erlebt haben, wenn ich hier stehe?

 

Samstag 02.07. 08:25 Uhr

noch 10 Minuten bis zum Start … wir stehen im Startblock und überbrücken die letzten Minuten mit Fotos, Aufregung, und guten Wünschen für den Weg … Ich bin so überwältigt von der Herausforderung dass ich eigentlich gar nicht mehr denken kann. Ich weiß für den Moment nur noch hier ist der Start – oben das Ziel und den Weg dazwischen musst du hinter dich bringen.

Endlich fällt der Startschuss für unseren Block und es geht los. Ich finde schnell in mein Tempo und freue mich, dass Conny immer wieder an meiner Seite ist. Auch wenn ich nicht im Stande bin mich zu unterhalten, tut es gut nicht gleich allein laufen zu müssen. Später genieße ich die Strecke, konzentriere mich immer auf die nächste Etappe des Weges… für mehr kann ich keine Energie ausgeben… wer weiß was mich am Ende noch erwartet.

Das erste Etappenziel ist in Zermatt erreicht. Kurz nach den ersten 21 Kilometern sehe ich Petra und Stefan schon stehen und winke wie wild. Petra wird mir den Rucksack mit Verpflegung übergeben da ich nicht weiß inwieweit mein Magen auf das (sehr reichhaltige) Angebot an den Stationen reagiert. Ich bin erstaunt auch Klaus zu entdecken, in Pullover und nicht auf der Strecke???

Ich erfahre bei der kurzen Übergabe, dass es Klaus leider nicht gut geht und er aussteigen musste. Dafür gibt er nun alles, um uns alle gut ins Ziel zu coachen!!!

Die Schleife durch Zermatt ist der Anlauf auf die erste lange, steilere Steigung Richtung Kilometer 32. Es ist anstrengend, aber ich weiß wohin ich will. Ich denke ans Ziel. Immer weiter, immer weiter.

An der Verpflegungsstelle Sunegga muss ich aber einfach mal für zwei, drei Minuten runter von meinen Füßen. Mit Banane, Wasser, Wasser+Cola strecke ich die Beine aus und stelle fest: es läuft gar nicht so schlecht und wenn alles weiter geht, schaffe ich die Kontrollpunkte in der vorgeschriebenen Zeit!

Mit Conny starte ich wieder auf die Strecke. Der Weg und die Berge sind schön und mein Körper läuft.

Bei Kilometer 39 ist mein Körper voll von Glückshormonen und Freude, die ich auf den letzten immer steiler werdenden 6,6 Kilometern gut gebrauchen kann. Wäre ich ohne diese da jemals hochgekommen?

Bei Kilometer 42 trennen sich die Marathoni`s von den Ultraläufern. Ich schau den anderen hinter her: „einen Marathon finishen…? Nicht heute!!!“

Die letzten 3,6 Kilometern fordern alles an Energie was irgendwo in mir noch auf zu finden ist. Es zählt nur noch jeder einzelne Schritt und der Gedanke an das Ziel!

Endlich die letzte Steigung, die den Blick auf das Ziel frei gibt. Ich fühle mich wie in einem Traum. Klaus kommt mir entgegen und mit Ihm gemeinsam schaffe ich die letzten 400 Meter bis zum Ziel! In meinem Körper explodieren Millionen Glückshormone und funken wie wild durch den Körper… es ist geschafft!
Mein erster Ultramarathon liegt hinter mir!!!

Alle sind wir gut im Ziel gelandet, nur Klaus leider auf anderen Wegen.

Am Sonntagmittag nehmen wir Abschied vom Matterhorn und Zermatt. Ich möchte wiederkommen, nächstes Jahr - natürlich zum Laufen!

 

Montag 04.07. 20:00

ich sitze am PC und habe den Ultralaufkalender vor mir …
da gibt es einen Lauf Ende Oktober im Kraichgau 50km…
das mit dem Marathon hat ja noch Zeit bis nächstes Jahr! Lächelnd

Namie