090426_Backnang_s.jpg

Roberta @ Berlin Maraton Sept2016

43.Berlin Marathon - "Wir schaffen das" (oder auch nicht) 

Unser Marathonwochenende beginnt am Freitag mit der Marathonmesse. Wir sind nicht zum ersten Mal hier und fühlen uns-voll die alten Hasen-wie zuhaus. Samstagfrüh geht's zum 6-km Breakfastrun mit 16000 Läufern. Der Kurs von Chatlottenburg zum Olympiastadion,wo wir frühstücken bzw. breakfasten stimmt uns auf den Sonntag ein.

Nach seriösem Training,gutem Vorgefühl und optimalem Wetter will ich heute die 3:45 knacken. Dabei im Startblock G sind Bernd Lang, bei dem auch alles stimmt: Er will unter 4:00 Stunden finishen,und Frank Noack(RC Speyer) der mich begleiten wird. Francesco Caccamo spricht von Trainingsdefiziten und nimmt sich 4:99 ;-) vor.

Mir kommen erste Zweifel als ich nach ein paar km den 4Stunden Ballon vor mir sehe: Hier hinten sollten wir eigentlich nicht sein und so bieten uns 40000 Mit-Läufer nun ausgiebig Gelehenheit,unsere Slalom-Fähigkeit zu trainieren und uns nach vorne zu arbeiten.Gleichzeitig heißt es wegen des ständigen Randstein-rauf und runter-hüpfens auf der Hut zu sein.

Dass sich ausgerechnet hier meine Laufuhr nicht starten ließ und ich nie eine Zeit wusste, machte es nicht besser, und die Staus an den Wasserstellen machten uns nicht schneller. Bei HM in 1:54 weiß ich, dass der Traum von der Wunschzeit vorbei ist. Nun ist es mir egal in welcher Zeit wir finishen, meine Motivation ist im Keller.

Einen Kloß im Hals habe ich als wir uns ein Brandenburger Tor nähern: Mit 3:55 laufen wir gemeinsam enttäuscht über die Ziellinie. Nach der Medallienübergabe kann ich die Tränen der Enttäuschung nicht zurückhalten: Wie oft bin ich schon fast ohne Training, trotz Magen-, Knie-, Schienbein- und was weiß-ich-Schmerzen gelaufen. Und gerade hier, nach so einer Vorbereitung, bei super Tagesform klappt es nicht.

Bei Bernd Lang läuft es bis zum HM optimal, danach plagt ihn der Magen und er ist in 4:32 zuhaus. Francesco Caccamo hat das längste Vergnügen, kann die Atmosphäre genießen, bewundert alle Sehenswürdigkeiten und finisht besser als gedacht in 4:92 ;-) oder auch als 5:32.

Auf dem Rasen vor dem Reichstag treffen wir das Marathonteam aus Ketsch. Nach kurzer Zeit meldet sich bei mir der Trotz::  Sozusagen mit dem Messer zwischen den Zähnen beschließe ich, dass ich wieder komme und es besser mache.

Und noch was weiß ich: Demnächst sind die 3:45 dran!