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6. Schwetzinger Spargellauf

Laufen im Schwetzinger Schloßgarten

 

Bereits zum sechsten Mal fand am 12.04.2015 der Spargellauf statt.

Aufgrund der meist angenehmen Temperaturen und der reizvollen Strecke durch den Schlossgarten erfreut sich der Spargellauf großer Beliebtheit

Nur die vorausschauenden und äußerst gewieften ASG’ler hatten an das minimale Zeitfenster und die beschränkten Teilnehmerzahlen gedacht und sich taktisch klug zur Anmeldung an ihren Computer platziert. Die Mehrzahl der ASG’ler hatte den Termin schlicht vergessen und war aufgrund der gedankenlosen Schusseligkeit dem Hohn und Spott der Angemeldeten ausgesetzt. Nun konnte man nur noch auf die Kranken und Verletzten hoffen.

 

Als Michael während der Trainingseinheiten leicht näselnd im Waldumherlief, nahmen bereits die ersten die Witterung auf.

Ganz uneigennützig erkundigten sich die ohne Startplatz in regelmäßigen Abständen nach dem Zustand seiner Genesung.

Und tatsächlich, mit dem Freiburger Halbmarathon noch in den Gliedern gab er den Startplatz frei. Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile, denn der begehrte Startplatz war heißumkämpft, doch mit viel Glück konnte ich mich durchsetzen.

Völlig im Euphorietaumel machte ich mich auf zur letzten Trainingseinheit und glaubte, mit einer Tempoeinheit die bestmögliche Vorbereitung für den Spargellauf zu erzielen. Hätte ich doch nur auf die weisen Worte von Klaus gehört. Die Idee war,wie sich später herausstellte, noch nicht ganz ausgereift.

Der Müdigkeit trotzend machten sich einige schließlich mit dem Rad auf den Weg nach Schwetzingen.

Schnell fand ich jedoch Gleichgesinnte, die in den frühen Morgenstunden zu keiner sportlichen Höchstleistung fähig sind und vielmehrausgeruht und entspannt mit dem Auto zur Wettkampfstätte fahren wollten.

Am üblichen Treffpunkt kamen schließlich alle zusammen und holten die Startunterlagen ab. Glücklicherweise waren Ummeldungen problemlos möglich, sodass ich mich kurzerhand entschloss, unter meinem eigenen Namen zu laufen. Ich wollte das Risiko nicht eingehen, Michaels Schnitt dermaßen zu verschlechtern, dass er vor lauter Gram in seine Laufschuhe beißt. 

Das obligatorische Gruppenfoto wurde dieses Mal in den Schlossgarten verlegt.

Allerdings kamen diverse Toilettengänge dazwischen, sodass es leider nicht alle auf das Foto schafften.

Wenige Minuten vor dem Start machte sich allmählich die Nervosität breit, suchte der ein oder andere noch nach einem passenden Pacemaker für die 10km-Strecke.

Conny erklärte sich schnell bereit, diese ehrenvolle Aufgabe zu übernehmen.

Allerdings, gab sie gleich zu verstehen, dass sie von taktischen Zeiteinteilungen nichts halte. Sie gebe vielmehr von Beginn an Gas und hoffe, dass sie das Tempo bis zum Ende durchstehe.

Ein ausgeklügelter Plan, dachte ich bei mir und versuchte mein Glück, indem ich mich an Connys Fersen heften wollte.

Der Startschuss fiel von Conny war nur noch eine Staubwolke zu sehen. 

Bereits nach wenigen Kilometern war ich dermaßen aus der Puste, dass ich mein Tempo etwas drosselte. Schließlich lagen noch einigeKilometer vor mir und die Sonne kam immer mehr zum Vorschein. Bereits zu diesem Zeitpunkt verfluchte ich mein Unterhemd und meine ¾ Hose. Eine innere Klaus-Stimme rief zu mir: „ Ab 15 Grad wird kurz gelaufen!“ Ich hätte es besser wissen müssen.

Vorbei an idyllischen Feldern und schwer atmenden Läufern, die ich immer mal wieder überholen konnte, lief ich in der prallen Sonne und hoffte, nicht zu verdunsten. Den ersten Getränkestand nach etwa fünf Kilometern ließ ich jedoch gekonnt hinter mir, wollte ich doch etwas Zeit gewinnen. Die erste Brücke überwand ich noch mit Bravour, doch dann wurden meine Beine immer schwerer.

Der Tempolauf am Vortag stellte sich nun doch als ziemlich blöde Idee heraus.

Stets auf der Suche nach Schatten kämpfte ich mich an weiteren Feldern vorbei. Einige Zuschauer am Wegesrand erkannten wohl meine missliche Lage und klatschten freudig in die Hände und riefen mir motivierende Parolen entgegen.

"Tatsächlich, es funktionierte"

 Ich eilte weiter zur nächsten Brücke, gönnte mir nun aber einige Schlucke Wasser, da ich allmählich das Gefühl hatte, ich schrumple in mich zusammen. An Kilometer acht entdeckte ich Reinhold, der immer behauptet, alles sehe bestens aus. Tatsächlich weiß ich, dass meine Gesichtsfarbe inzwischen einer überreifen Tomate ähnelte. Wenige Meter später kämpfte sich Roberta heran, die aufgrund ihrer verletzten Schulter beschloss, es langsamer angehen zu lassen. Gemeinsam bestritten wir schließlich die letzten Kilometer.

Zurück im Schlossgarten und vorbei an den wunderbar blühenden Mandelbäumen holten wir die letzten Kraftreserven aus uns heraus und eilten schnurstracks ins Ziel.

Dort trafen wir auf die anderen ASG’ler, die allesamt mit ihren Leistungen zufrieden waren. Nach einer kurzen Erholungspause machten wir uns schließlich auf den Heimweg mit dem Vorsatz, im nächsten Jahr die Anmeldefrist nicht zu verpassen.

 

     Silke Biedermann

 

 

 

Ergebnisse:

5 km

Finke, Nils:                            22:51

Zahn, Jannis:                         23:11  

Zahn, Heidi:                           24:18

Neumann, Torsten:                 24:48

Biewald, Claudia:                    29:52 

 

10 km

Gollnick, Marion:                    43:39

Auer, Klaus:                           44:15

Adam Banert                          44:56

Lang, Bernd:                          49:18

Klein, Nathalie:                       51:37  

Lang, Cornelia:                       52:36  

Biedermann, Silke:                  55:27

Mijatovic, Roberta:                  55:27

Caccamo, Francesco:               56:03