Kraichgau Challenge 14.06.2009
Hinterm Hügel ist vorm Hügel
So könnte man das Profil der Challenge Kraichgau am besten bezeichnen. Denn bis auf die Schwimmstrecke im Weiherer Hardtsee geht es munter hoch und runter....hey, ein Reim :-) Bei idealen morgendlichen Triathlon-Temperaturen um die 16 Grad war das einrichten der Wechselzone ein Vergnügen. Wenn ich an die ganzen Tüten und Klamotten vom Irontown Triathlon denke...vielen Dank, Petrus !
Da bereits am Samstag der Rad-Check-In Pflicht war, hatte man am Sonntag nicht mehr so viel zu tun - Schnell war alles erledigt und ich machte mich auf die Suche nach unseren Jungs. Einen Zettel mit den Startnummern und auch folglich den Radabstellplätzen hatte ich zur Hand und los ging's.
Erster Stopp: Sebastian Blank - keiner da, aber die Carbon Karosse mit den Edelrädern knurrte schon beim vorbei gehen...Huiii...schickes Rad.
Zweiter Stopp: Thorsten Maier - keiner da, aber auch hier beeindruckendes zu sehen ! Zugepflastert mit Riegeln und Gels war vom Rad eigentlich nicht mehr viel zu sehen ! Das Oberrohr war komplett zu und sogar im Helm war noch einiges zum Futtern - da hat sich bestimmt Fr. Maier gedacht: "Dem gebe ich
genügend zu Essen mit, das Er nicht merkt, das Er mal wieder ein neues Bike gebrauchen könnte" ......Pia verzeih mir ;-).
Dritter Stopp: Rüdiger Wiegand - keiner da, aber als anerkanntes Mitglied der ASG TRIA-Oberliga war Ihm die Ruhe vor Sophie erst mal gegönnt. Später dann nahm auch Er Stellung zu seinen Ambitionen im Kraichgau, die sich dann als schöne Trainingseinheit für den Ironman Frankfurt heraus kristallisierten . Puls im Kontrollbereich und immer schön locker bleiben - so Rüdigers Devise ! Sophie´s Kommentar dazu: Klappt nur wenn ich Ihm das Rad klaue ! Materialfetischisten können gar nicht langsam ;-)
Vierter Stopp war nicht nötig, da ich Uwe Schwab bereits wild umher irren sah und Er mir öfter über den Weg lief ...ob er aufgrund seiner ersten Mitteldistanz nervös war ? ......Nööööö !
Aber Uwe war ja nicht der Einzige, der sich zum ersten Mal auf eine längere Strecke traute. Thorsten und Ich feierten ebenso Premiere ! Und nach ein bisschen BlaBla stellte sich schnell heraus, das alle hier nur mal reinschnuppern wollen - das alle es gaaaaanz locker angehen wollen - das alle ernsthafte Bedenken haben die Strecke solide zu meistern - und zu guter letzt, wollten alle Drei unter der 6 Stunden-Marke bleiben ! Das war wohl unser größtes Ziel.
Und wenn ich hier schon von einer Tria-Mitteldistanz-Premiere schreibe, dann möchte ich hier auch Dieter Höwler erwähnen, der sich diesem Unternehmen zeitgleich in Maxdorf stellte....und noch mehr nebenbei : Bericht wird erwünscht :-)
Fünfter Stopp: Christian Ryll - hier hatten Wir dann unser ASG-Vorwettkampfsmeeting bei seinem laaangen Frühstück. Hier wurde nochmal etwas BlaBla veranstaltet während Christian sich mit was weiß ich alles, mästete :-) So schlimm, das Er immer nur durchs kauen bedingt zeitverzögert reden konnte ! Ich sag euch - sehenswert, was der alles zu sich nimmt - und wenn Er Thorstens Rad gefunden hätte - Er hätte es sicher aufgefuttert :-)
Das dies kein Witz ist, kann man gut auf dem Gruppenfoto erkennen...die Bäckchen sind voll und zwar immer und überall !
Sechster Stopp: Sophie himself - wie so oft, das Wettkampffieber kommt erst mit dem Anziehen des Neoprenanzug und vorher wird rumgealbert. Gut, etwas aufgeregt war ich auch, da ich wohl am meisten von den Mitteldistanz-Neulingen um meine Endzeit kämpfen musste - blöde Radfahrerei :-) Dazu kam die nicht berauschende Schwimmzeit vom Irontown und eine Schulterverletzung die ich erst zwei Tage zuvor mit Wärmepflasterzeugs in den Griff bekam - zum Wochenanfang war an Schwimmen, Radfahren und Laufen nicht zu denken ! Doch Glück gehabt, denn zum Wettkampf war ich wieder gut hergestellt.
Wir hatten schon viel Spaß bevor es losging, aber nun ... Genug gelacht, weiter zum Wettkampfgeschehen.
Gestartet wurde in 5 Startwellen. Je nach angegebener voraussichtlicher Endzeit ging es mit den ganz schnellen Frauen und Männern um 9 Uhr los - mit dabei Christian (als Mann), der wieder mal vergaß die Schwimmzeit mit anzugeben und somit den Profis ins Wasser folgte, um diese später mit großem Abstand zu verfolgen. In der nächsten Welle war dann Uwe dabei und in der dritten Welle kam mein Startschuss. Thorsten, Rüdiger und Sebastian wurden vermutlich ohne zeitliche Angaben einfach zu den Finishern gepackt.
Das Schwimmen war dann auch bei allen ganz ordentlich und von 31min. bis 41min. hatte Wir über die 1,9km-Strecke ein breites zeitliches Spektrum abgedeckt. Wie auch in den Jahren zuvor, waren tausende Zuschauer am Hardtsee um sich das Spektakel anzusehen. Die Stimmung war wieder einmal vom feinsten und die Musik besser als in der Kirche :-)
Auf der Radstrecke machte sich dann Christians Frühstück bemerkbar ! Christian hämmerte über die Landstraßen des Kraichgaus in Profimanier. Die 90km-Strecke nahm Er in nur 2:35 Std. und vergaß dabei völlig, das es teilweise richtig steil bergauf ging. Eigentlich kann man da nicht mit 36km/h drüber fahren ;-)
Rüdigers Radsplitt war nicht sehr viel langsamer und die Geschichte mit der kontrollierten Fahrt dürfte sich bei den hervorragenden Bedingungen und dem aufkommenden Spaß erledigt haben. Ein leichter Wind, der es niemals böse meinte und irgendwie ausnahmsweise nie von vorne kam, machte wirklich Laune und brachte Rüdiger nach 2:40Std. auf dem Rad in die zweite Wechselzone.
Thorsten, Uwe und Sebastian ballerten ebenso mit einem Schnitt jenseits der 30km/h-Marke über die Piste und lieferten Radzeiten zwischen 2:53Std. und 2:56Std. ab.
Das war es vom Radfahren....ne halt, da hinten kam dann noch Sophie überglücklich über den letzten Berg gerollt - ein breites Grinsen im Gesicht und mit einem guten Gefühl. Immerhin kam ich dem 30er-Schnitt sehr nahe - das hatte ich mir selbst nicht zugetraut und bin deshalb sehr erstaunt darüber ! Nach nur 3:07min. durfte auch ich meinen Renner übergeben - zusammen mit einer guten Schwimmzeit war Sophie also voll im Plan.
Ab auf die 21km-Laufstrecke. Klar Christian und Rüdiger schluckten hier jede Menge Läufer und man konnte Sie auf den Sieben-Km-Runden ständig beim überholen beobachten. Doch die Mitteldistanz-Neulinge taten sich hier erheblich schwerer und wurden trotz der Vorahnung, das es sehr hart werden könnte überrascht ! Sophie ist sicher niemand, der sich irgendwelche Traumzeiten zurecht spinnt...aber den Halbmarathon wollte ich zumindest gut unter 2 Stunden bewältigen - das sollte doch machbar sein. War es nicht...nicht für mich ! Die ersten beiden Runden liefen ganz gut, doch dann setzten sie ein...die Wadenkrämpflein :-( Kein flotter Schritt war mir mehr erlaubt - bloß nicht zu lange Schritte - bloß nicht zu hoch das Bein - bloß keine falsche Bewegung. Die Drohungen der Muskulatur waren ernst gemeint und ich durfte nicht mehr wie ich gerne wollte.
Bei Uwe sah es nicht viel besser aus - auch Er kämpfte am Anschlag und war durch das tolle Wetter und die gnadenlosen 30 Grad in den Bad Schönborner Straßen schon gut abgekocht. Und weil Wir uns zu Dritt an längere Sachen wagen, leiden Wir auch gemeinsam. Denn auch Thorsten erlebte in der letzten Runde sein Waterloo und musste vom flüssigen Laufschritt zum Indianerschleichgang wechseln - die kraftraubenden Wellen der Laufstrecke nahmen den letzten Rest an Energie aus dem Körper.
Mit Halbmarathonzeiten von Plus/Minus 2 Stunden mussten Wir alle Drei letztlich vorlieb nehmen. Sebastian schien es nicht besser ergangen zu sein, denn auch hier zeigte die Laufuhr schon über 2 Stunden an.
All das, soll aber unsere Freude über das Gesamtpaket "Mitteldistanz-Zielankunft" nicht trüben. Die 6Stunden-Marke war letztlich kein Problem und alle hatten deutlich darunter gefinisht !
Christian, der mit 22 Ironman-Rennen in den Knochen eigentlich auf einem Kindergeburtstag mitmachte erledigte die Distanz in 4:50 Std. , holte sich damit die Baden Württembergische Meisterschaft auf der Mitteldistanz und den 7.Platz seiner Altersklasse. Das sollte Ihm dieses jahr beim Ironman nochmals gelingen und Er darf endlich und verdientermaßen nach Hawaii.
Untergetaucht ist bei all dem Trubel ist die ebenso starke Leistung unseres M45 Valentijn Scholten - Er legte eine 4:51 Std. aufs Parkett und belegt nun hinter Christian Platz 2 bei der Bad. Württembergischen Wertung! Untergetaucht schreibe ich, da sich Valentijn beim Anmelden schon für den Wettkampf schonte und den Namenszusatz "Tria" einfach wegließ und nun schwer zu finden war !
Rüdiger, dem vor dem Rennen eine Endzeit von 5:05 - 5:10Std. noch als zu schnell erschien, übertraf sich locker selbst und schaffte mit einem flotten 1:40er Halbmarathon noch eine 5:00Stunden-Punktlandung - die brachte Ihn auf Platz 35 seiner Altersklasse. Thorsten glänzte mit einer Endzeit von 5:33 Std. vor Uwe in 5:39Std. und Sebastian in 5:40Std. - dann dauerte es noch 5 Minuten bis auch ich im Ziel war. Mit 5:45Std. nicht übel..... für den Anfang.....denn Sophies Kampf gegen die rasenden Radfahrer (ok, seit Sonntag auch gegen die schnellen Läufer ) geht weiter :-)
Mit den Gedanken bei den dopsenden Waden, die mich am Ende so plagten, zog es mich schnurstracks zum Messestand des Ausrüsters 2XU. Sofort nahm ich den pommesfutternden Verkäufer in die Pflicht mir das Maßband um die Wade zu legen und meinen Wadenumfang zu ermitteln. Dieser ist entscheidend für die Größe der Kompressionssocke oder auch Stutze. 38cm rechts und links, das ist zwar Männergröße "S" und somit fast für die Hungerwaden in Gr. XS, aber bei meinen Radleistungen war das ja schon fast klar....oder doch nicht ?
Schließlich hatte Christian den schnellsten ASG-Radsplitt und Ihm wurde vom fachkundigen Verkäufer ein Damenmodell verkauft, da seine Waden in der Männerabteilung nichts zu suchen haben :-) ....Danke für die kleine Info ;-)
Am Nachmittag wurde die S-Distanz über die Kurzstrecke gestartet ! Mit am Start war unter anderem Klaus Mathias, unser HamburgMan - schön wenn Er berichten würde wie es Ihm ergangen ist ! Die passenden Fotos zum Bericht hätte ich zur Hand. Und für die Besten der Veranstaltung steht das Ende des Berichts : Das waren wieder einmal die über 1000 Helfer, die längst da sind bevor es zu einem Problem kommt ! Vielen Dank an Euch von der ASG TRIA !
RSW


