Breisgau Triathlon 23.8.2009
Triathlonstress
Etwas vermeldet würde ich es nennen. Aber bevor mich nun auch der letzte Leser hier für total chaotisch hält, möchte ich Licht ins Dunkel bringen. Schon im letzten Jahr stand für mich fest, das der Viernheimer Triathlon nichts für mich ist und mir aufgrund des späten Zeitpunkts jegliche Energie für solch einen Kraftaufwand fehlt. Deshalb meldete ich mich schon im Frühjahr, beim Samstags startenden Jedermann-Triathlon über 500m Schwimmen, 20Km Flachlandradeln und 5Km laufen an. Doch als ich im Juli einen unruhigen Finger bekam und mich entschloss 2010 bei der Challenge in Roth über die Langdistanz zu starten, fehlte mir noch ein Prüfstein in diesem Jahr, um auch psychisch gut über den Winter zu kommen.
Nun war mir plötzlich sogar der V-Card zu kurz und ich entschloss mich, beim Breisgau Triathlon in Malterdingen meine Grundform zu prüfen. Zu dumm, das dieser am selben Wochenende wie Viernheim war. Nun war mir natürlich dieser Viernheimer Sprint im Wege und ich versuchte vergebens, aber auch halbherzig, diesen Startplatz los zu werden. Und wie schon beschrieben...vergebens ! Andererseits freute ich mich auch schon lange darauf mit meinem Bruder an der Startlinie zu stehen, um gemeinsam beim sporteln Spaß zu haben. Diese Möglichkeit besteht nicht all zu oft. Letztlich nahm ich an beiden Veranstaltungen teil, wobei ich hier lediglich über meine Erlebnisse in Südbaden berichten will.
Samstag, 22.08.2009 Viernheim Jedermann Triathlon - Ergebnis 1:07:46 Std. und damit 6.Platz AK
Sonntag, 23.08.2009 Breisgau Triathlon über 2km Schwimmen - 80km Radfahren und 21km Laufen
Ab ins Bett hieß es für mich am Samstag nachmittag nach dem Sprint in Viernheim -ausruhen und nochmals versuchen etwas Erholung und Regeneration zu finden. Nach 2 Stunden Siesta und meiner eigenen Nudelparty lag ich um 22 Uhr schon wieder flach, aber auch halbwach im Bett. So richtig schlafen konnte ich schon gar nicht mehr und in 2stündigen Abständen gingen die Augen immer wieder auf. Um 5Uhr morgens war dann endgültig Schluss mit schlafen und ich saß bereits 40 Minuten später im Auto auf dem Weg nach Malterdingen. Die Straßen waren schön frei und so nahm ich die 150km Fahrstrecke in nur 1:15Stunden. Leicht bekleidet stieg ich aus dem Auto und auch sofort wieder ein....11Grad und ein frischer Wind...brrrrrrr ! Aufgrund der Wettervorhersage und den angenehmen 15Grad am Morgen in Nussloch hatte ich leider keine wärmeren Klamotten dabei und so zitterte ich mit Gänsehaut fast 2 Stunden lang dem Startschuss um 10Uhr am Müllersee in Riegel entgegen.
Zum Wettkampfgelände am See und der Organisation um den Tria, fällt mir lediglich das Wort "traditionell" ein. Zeitmesschip am Handgelenk, uralte Stoffbeutel für Lauf und Schwimmutensilien und ein Sprecher, der alles für sehr selbstverständlich hält ! Die Räder stehen im selbst gebastelten Holzgestell und die Strecke in den Bike-Park ist kiesig und steinig bissig. An Sophie´s zarte Füßlein dachte dort wohl niemand :-(
Endlich erfolgte der Start und es galt 7 Bojen zu umschwimmen, die in 2 Runden im fast 24Grad warmen See angeordnet waren. Den Neoprenanzug durfte man dieses Mal im Auto lassen, denn auch hier wurde auf "traditionell" entschieden ;-) Wie schon im letzten Jahr beim Viernheimer V-Card entschied ich mich wieder für den ASG-Zweiteiler und lag aus schwimmerischer Sicht wieder falsch und sah mich in meiner Meinung bestätigt, das man damit einfach ohne Neo nicht schwimmen sollte ! Nach guten 2200m (lt.Veranstalter) kam ich mit entsetztem Blick auf meine Uhr nach schrecklichen 41min. aus dem Wasser - mein schlechtestes Schwimmergebnis seit ich Triathlon mache ! Aber ich machte mir im Kopf gleich wieder bewusst, das es für mich hier nur um solides Finishen geht und sonst nichts. Weiter vorbei an den Schwimmbeuteln, wo ich schnell Kappe und Brille los wurde und mich zur Steinigung in den Bike-Park begab. Schadenfroh lachende Zuschauer wohin man sah.....Wir Sportler tanzten wie die Ballerinas auf dem üblen Geläuf und waren heilfroh irgendwann auf das Stück Rasen zu treten wo das Rad stand. Nach problemlosem Wechsel und dem aufsitzen am Radbalken, musste man die ersten 30m über diesen blöden Schotterweg fahren, an dessen Ende ein Pannenfahrzeug stand, bei dem man tatsächlich technisch versorgt wird im Falle eines platten Reifens ! Ich hatte aber Glück und heiles Material.
Endlich auf dem Rad wurde der Breisgau Triathlon so richtig schön ! Nach anfänglich flachen und schnellen 7-8 Kilometern nach Malterdingen, ging es dort in die Radrunde die es dreimal zu durchfahren galt ! Das Profil in der Ausschreibung war beängstigend! Ich erwartete 6 heftige Anstiege (2pro Runde) und fuhr deshalb verhaltener um mich nicht schon beim ersten Anstieg quälen zu müssen. Am ersten Anstieg, der sich über ca.1,5 bis 2km im Wald nach oben zieht und unterbrochen wird von zwei kurzen Ebenen, war noch nichts aufregendes zu vermelden von der Muskulatur. Der Anstieg dürfte wohl zwischen 7-10% liegen ist aber viel besser fahrbar als vermutet.
Die anschließende Abfahrt machte dafür einen Heidenspaß und was in der ersten Runde noch als flott zu bezeichnen war ist in Runde 2 und 3 in Höllenraserei ausgeartet :-)
Am Ende der Abfahrt schloss sich ein schönes flaches Drückerstück an, bei dem es sehr gut vorwärts ging und man wieder einige Kilometer fuhr, bevor es zum zweiten Anstieg in die Weinberge geht. Alles Schnulli, sag ich da nur ;-) ...langsam zieht sich der Weg über ca.1km mit angenehmen 3-4% nach oben und der allseits berüchtigte Killer ist ein 70m und 10%iger Anstieg zum Ende....pffffff :-) Danach geht's über ein leicht abfallendes Flachstück in die enge und kurvenreiche Abfahrt hinunter in die Ebene. Hier hatte man einen tollen Ausblick und konnte den Triathlon so richtig genießen ! Die abschließenden Kilometer der Runde waren wieder flach und zum drücken so richtig schön.
Nach 2:49:00 Radzeit hatte ich dann die 80km gesammelt und durfte mein Renner in die Hände der Helfer übergeben. Im Wechselzelt entschied ich mich dann für die Kappe statt des Visors, da die Laufstrecke zu 95% in der Sonne ablief - und das bei mittlerweile 28Grad. Eine kleine Schleife zu Beginn der Strecke verläuft fast flach und ist zum einlaufen bestens geeignet. Dann aber bei Km 3 kommt ein heftiger Anstieg, der vom Profil her sehr an den Anstieg beim HeidelbergMan erinnert. Hier sind gute 12% für einige hundert Meter zu überwinden. Im weiteren verlauf steigt die Strecke dann stetig, aber nicht mehr so steil. 2km lang darf man sich also schön schinden und quälen bis es zuerst wellig und anschl. bergab geht zurück nach Malterdingern und auf die zweite Laufrunde geht. Die immer wieder wechselnden Untergründe mit Asphalt und sandigem Schottergeröll erschweren die Aufgabe bei der dritten Disziplin ungemein. Ich konnte mich gut zurückhalten und lief beide Runden konstant ruhig durch. Mit einer Laufzeit von 1:59 Std. für den Halbmarathon war ich aufgrund der Umstände recht zufrieden und hatte letztlich mein Ziel, das ich mir bei 5:20h - 5:40h gesetzt hatte, mit einer 5:34.08 Std. am Ende erreicht ! Die Zielverpflegung sowie die komplette Organisation waren gut und Malterdingen auf jeden Fall eine Reise wert!
Trotz der ungewöhnliche Planung meiner Wettkämpfe an diesem Wochenende, bin ich sehr froh darüber es so gemacht zu haben....es hat viel Spaß gemacht !


