Triple Ultra Triathlon Lensahn, 24.07.2009
„Der härteste Triathlon Europas“
18.Triple Ultra Triathlon Lensahn
24.-26.07.2009
Es war schon wieder das letzte Wochenende im Juli. Wie auch die Jahre davor hatten wir uns in dem kleinen aber Triathlon verrückten Ort Lensahn in Ost-Holstein an der Ostsee eingefunden.Für mich bestand die Herausforderung bereits zum 5. Mal darin den Triple-Ultra-Triathlon, „den härtesten Triathlon Europas“, zu finishen. Dieser fand in der 18. Auflage statt. Konkret bedeutet das die Bewältigung der Wahnsinns Distanzen von 11,4km schwimmen, 540km Rad fahren und 126,6km laufen. Die Zeit läuft dabei Nonstop! Jede Pause für Verpflegung, Kleidungswechsel oder Schlaf fehlt also auf der Strecke. Für den „Normalbürger“, der sich ab und zu sportlich betätigt, sind diese Strecken unvorstellbar.
Die Wettervorhersage war alles andere als erfreulich, Regenschauer, Gewitter, etc. Am Freitag 24.07 um kurz nach 7.00 wurden dann 41 Sportler aus 11 Nationen auf die zu schwimmenden 228 Bahnen des Lensahner Waldschwimmbades geschickt. Die ersten verließen bereits nach etwas über 3 Stunden das Wasser, die letzten waren etwa 5 Stunden unterwegs. Mit 3 Stunden 50 Minuten lag der „Ultra-Holzwurm“ im Mittelfeld. Unter Anbetracht des wenigen Schwimmtrainings ein gutes Ergebnis. Der Wechsel zum Radfahren erfolgt in der Regel wesentlich entspannter als bei kürzeren Distanzen. Bislang hatte das Wetter gehalten, die Wolken nahmen aber zu. Im Laufe des Nachmittags streifte uns ein Gewitter und wir bekamen eine erste Dusche. Die erste Rad-Zwischenzeit (176km) war mit 5Sunden 49 sehr zufriedenstellend. Damit hatte ich mich auf Platz 10 vorgefahren. Nach etwa 200km auf dem Rad zog es sich endgültig zu und Dauerregen setzte ein. Die Erfahrung zeigte aber das permanentes umziehen nur Zeitverlust bringt, durchweicht ist man nach einigen Minuten doch wieder. Also fuhren wir 1 oder 2 Stunden im Regen umher. Gegen 21.00 Uhr, nach etwa 280km, wurde das Rad für die Nacht präpariert, Licht und Reflektoren angebaut, die Kette gereinigt und zum ersten Mal seit dem Frühstück auf einen Stuhl sitzend etwas gegessen und die eingegangenen Mails gelesen. Hier ein großes Dankeschön an alle fleißigen Schreiber!!!Nach etwa 15 Minuten ging es wieder auf die Strecke, der Nacht entgegen. Es ist immer wieder erschreckend mit welch schlechter Beleuchtung manche Kollegen unterwegs sind! Auf den nächsten Kilometern hatte ich glücklicherweise Arno an meiner Seite der mich bis zu meinem absoluten Nullpunkt begleitete. Gegen 1.00 Uhr war ich allerdings so neben mir das ich mich teilweise nicht mehr daran erinnern konnte z.B. über eine Eisenbahnbrücke gefahren zu sein! Die gefahrene Geschwindigkeit war auch alles andere als berauschend.. So entschloss ich mich zu einer Pause. Ich legte mich etwas über eine Stunde auf einem Feldbett ab und schlief. Da ich mich danach noch immer nicht fit fühlte verlängerte ich die Pause. Zum Schluss hatte ich dann 2 Sunden geschlafen. Leider musste ich feststellen das ich so auf den 30. Platz zurückgefallen war. Da ich allerdings noch mal 140km auf dem Rad und 126km zu Fuß vor mir hatte und um meine mentale und läuferische Stärke wusste, ließ ich mich davon nicht beeindrucken – abgerechnet wird erst im Ziel!Da es nun bereits auf die Dämmerung zuging kam auch die Kraft wieder. Leider nicht nur die Kraft, auch der Regen kehrte am Vormittag zurück. Solche „Kleinigkeiten“ stören zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht weiter. Dass die Entscheidung für die Schlafpause richtig war, sah ich am Morgen, als mir an einer kleinen Steigung ein Schwedischer Athlet entgegenkam, plötzlich quer über die Straße schoss und durch einen Bretterzaun unsanft gestoppt wurde. Glücklicher weise hatte er nur Prellungen, ein verbogenes Vorderrad und eine gebrochene Gabel. So konnte er das Rennen nach einiger Zeit fortsetzen.Nach 28 Stunden 45 Minunten incl. der Pausen waren die 11,4km Schwimmen und 540km auf dem Rad auch schon wieder Vergangenheit – wie schnell doch die Zeit vergeht...Also runter vom Rad, rein in die Laufschuhe. Erst mal ein paar hundert Meter bis zu unsrer Unterkunft in der Schule direkt an der Laufstrecke traben. Die Zeit für ein wenig Katzenwäsche und Zähne putzen darf auch in einem Wettkampf sein! So erfrischt machte ich mich auf den Weg die letzten 126km unter die Füße zu nehmen.Mit gemütlichen 6:45 Min/km trabte ich los zur Aufholjagt. Zu dieser Zeit lag ich noch auf Platz 24. Ziel war es erst mal die ersten 2 Marathon locker durch zu laufen. Zum Ende des ersten Marathon erwischte uns ein kurzer aber heftiger Gewittersturm mit Starkregen und Hagel! So mussten wir uns einige Minuten unter stellen.Bei km 65 bekam ich mit, dass ein Bekannter Knieprobleme hatte, und ihn dies auch mental belastete. So hängte ich mich bis zum Ende des 2. Marathon an ihn und versuchte ihn etwas aufzumuntern. Den inzwischen 17. Platz konnte ich dadurch zwar nicht ganz halten, aber ich hatte ja auch noch etwas Zeit. Nun folgte eine kurze Nudelpause mit umziehen für die Nacht da es doch recht kühl wurde. Frisch gestärkt nahm ich die letzten 42km in Angriff. Nachdem über Tag Iris bereits 2,5 Stunden mitgelaufen war und am Abend Ilana nach etwa 23km Laufen die Begleitung auf das Rad verlegte hatte, war also immer jemanden an meiner der Seite damit erst gar keine Langeweile aufkam. Ergänzt wurde die Betreuung durch meine Schwester Daniela und Judith die am Versorgungszelt immer alle Essens-/ und Getränkewünsche erfüllten und sehr motivierend anfeuerten.Nun begann meine Zeit! Wenn viele der anderen Athleten Probleme im muskulären Bereich bekommen, bin ich in der glücklichen Lage meine Zeiten von ersten Marathon weiter zu laufen. Bei solch einer Strecke ist die Einteilung extrem wichtig! So konnte ich im 3. Marathon noch vom 18. auf den 12.Platz vor laufen. Das beflügelte natürlich zusätzlich.Nach 47 Stunden 18 Minuten erreichte ich am Sonntag früh von 41 Gestarteten als 12. das Ziel. Dank der gut eingeteilten Laufleistung reichte es sogar um als 2. Deutscher von 17 Gestarteten ins Ziel zu kommen.Nun stellt sich die Frage ob ich nächstes Jahr wieder am Start bin – es sind immerhin Weltmeisterschaften angesagt! Zuerst verfolge ich jedoch eine andere Sache. Ich möchte vom 9.-19.11.2009 10 regionale wie auch überregionale Projekte aus 10 Bereichen mit Spendenaktionen unterstützen in dem ich 10 Ironman an 10 Tagen bestreite!Für dieses Vorhaben fehlt noch ein wenig finanzielle und materielle Unterstützung, aber wir haben auch erst mit der Planung begonnen.Erste Unterstützungszusagen haben wir allerdings schon. Sollte jemand Interesse haben uns zu unterstützen oder Fragen zu der Aktion haben stehen wir unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. oder Tel.0177 – 596 78 38 zur Verfügung. Interessant wären neben der finanziellen Sache vor allem Möglichkeiten der Berichterstattung/Werbung für das Projekt, Vermittlung von Kontakten für materielle Unterstützung, Spenden etc...


