Der ganz lange Tag, ...

...auf den fünf ASGler schon einige Zeit hinfieberten, ist seit dem Wochenende schon wieder Geschichte. Die Routinierten Thomas Claus, Heinz Schwegler und Matthias Gunter, sowie die Frischlinge Harald Schmidt und Ralph Wolfbeisz (Autor) waren ins fränkische Roth gekommen,  um sich einen netten langen Tag lang mit ihrem Hobby zu beschäftigen.

Schon am Freitag trafen wir uns zur Nudelparty und einer kleinen Shoppingtour über die Triathlonmesse. Jeder deckte sich noch mit den Notwendigkeiten für den Renntag ein und alle hofften auf etwas weniger heißes Wetter für Sonntag. Dieser Wunsch wurde letztlich erhört und es erwartete uns nach einigen Donnerschlägen in der Nacht, ein traumhaftes Wetter mit 22 bis 26 Grad und etwas Wind am Vor- und Nachmittag.

Harald erstaunte uns anderen schon vor dem Rennen mit der Ansage, das er wegen einer Verletzung nur Schwimmen und Radfahren werde, dann aber aufhören wolle.  Eine sehr konsequente und sicherlich nicht einfache Entscheidung, wenn man sich so lange vorbereitet und dann am Start steht. Auch Matthias war nicht sehr zuversichtlich vor dem Rennen und machte sich Sorgen um Achilles. Er aber wollte sich erstmal ins Vergnügen stürzen und abwarten wie es läuft beim Laufen.

Heinz und Thomas waren lässig wie die "Blues Brothers" - war es doch schon ein Ritual dem sie entgegen gehen und sehen - außerdem war die Challenge Roth ein Kinderspiel zum EmbrunMan im vergangenen Jahr. Zusätzlich hatten beide noch ein letztes Trainingslager in den Alpen absolviert, so das einem Erfolg nichts im Wege stehen sollte - oder doch ?

Ich selbst konnte es kaum mehr erwarten bis es endlich losging. Meine Freude auf diesen Tag wuchs schon seit Wochen und summierte sich in der letzten Woche zu schierer Unerträglichkeit - ich bin doch so ungeduldig. Unsere Ziele waren letztlich gar nicht so verschieden. Harald strebte eine Schwimmzeit Sub1-Stunde an. Matthias hoffte das trotz Verletzungssorgen, alles glatt laufen würde und Er den Wettkampf in einer anständigen Zeit oder überhaupt finishen kann. Thomas und Ich setzten auf eine Sub12er Endzeit und gutes Gelingen. Heinz war ehrgeiziger - hier sollte die alte Bestmarke fallen und eine 10:30h auf der Uhr stehen (kl. Abweichungen waren ok).

Am Renntag wurden wir dann auf die 16 Startgruppen verteilt, die im 5-Minuten-Rhythmus auf die Reise geschickt wurden. 3,8km Schwimmen, 180km Radfahren und 42,195km Laufen. Matthias und Heinz waren die ersten die um 6:55 Uhr in den lahm gelegten, strömungsfreien Kanal loslegten. Harald um 7:10 Uhr. Ich und Thomas um 7:15 und 7:20. Das Wasser im Main-Donau-Kanal war sehr trüb und nicht besonders kühl - 22,8 Grad wurde angesagt. Mir war es recht, denn kaltes Wasser mag ich gar nicht gerne - schließlich gehe ich am liebsten Schwimmen wenn Warmbadetag in den Bädern ist *grins*.

Das Schwimmen lief bei allen ASGlern im erwarteten Rahmen. Heinz, Thomas und Matthias waren innerhalb von 100 Sekunden beisammen und erledigten die erste Disziplin in 1:24h bis 1:26h. Ich machte das ganze in 1:06h und Harald beglückte sich mit seiner respektablen Leistung und einer Zeit von nur 59:35min., selbst. Die vielen Startgruppen entzerrten das Schwimmerfeld enorm und es kam für jeden zu einem entspanntem Schwimmen, ohne viel Geplantsche und Gedränge. Einzig das Überholen oder Überholt-Werden der anderen Startgruppen erforderte etwas Aufmerksamkeit.

Nach zügigem Wechsel ging es dann auf die schöne und recht flüssig zu fahrende Radstrecke. Einige kleine Bodenwellen, einige kurze Hügel und sanft ansteigende längere Abschnitte entnahmen uns etwas Kraft. Rasante Abfahrten und längere Flachstücke gaben aber auch wieder Kraft zurück. Dazu die vielen Hot Spots und Stimmungspunkte mit dem absoluten Highlight in Hilpoltstein am Solarer Berg (auch ein Hügel). Menschenmassen verstellen die Straße und den Athleten bleiben lediglich 1-2 Meter zur Durchfahrt der LaOla-Gasse. Hier ist Gänsehautfeeling angesagt und Grinsegesicht - der absolute Wahnsinn.
Zwei große Schleifen a´ 85km machen es möglich all das zweimal zu erleben. Zugegeben - in der zweiten Runde nimmt das Feeling, sowie die Menschenmasse etwas ab. Viele stehen jetzt schon an der Laufstrecke und sorgen dort für beste Stimmung.
So beendeten wir in folgender Reihe die zweite Disziplin: Heinz mit einer starken 5:17her Radzeit - Harald mit 6:04h - Matthias mit einer 5:50h - Ich mit 6:04h und Thomas, der als letzter schwimmen durfte, mit 5:49h.

Harald stieg nun wie eingangs angekündigt aus dem Rennen aus. Matthias ließ durch die medizinische Abteilung des Veranstalters (DRK) nochmals seinen Achilles begutachten.  Es wäre soweit nichts feststellbar und es könnte gut mit dem Finish klappen, war deren Fazit. So begab Er sich behutsam und in langsamen Eingewöhnungstempo auf die Strecke. Heinz war zu diesem Zeitpunkt bereits allen ASGlern enteilt - auch Ich fühlte mich sehr gut und lief im lockeren Dauerlauftempo, immer mit der Bremse im Kopf, ein kontrolliertes Rennen. Thomas folgte ebenso locker mit ca. 2km Abstand.

Als ich am ersten Wendepunkt in Schwanstetten Matthias entgegenkam, bemerkte ich bereits, das er nicht so rund läuft und sich sichtbar quälen muss. Nur wenige Kilometer später lief ich auf ihn auf, da er zu starke Schmerzen mit Achilles bekam und gehen musste. Bis zur Halbmarathon-Marke überlief er noch die Messmatten, danach stieg er aus. Mir selbst ging es bis Lauf-Km 24 richtig gut - und plötzlich krampfte sich meine Magenwand heftigst zusammen, so das ich erstmal stehen bleiben musste bis sich mein Zentrum wieder entspannte. Ab sofort hatte ich Blähungen und starke Sehnsucht nach den hübschen blauen Dixie´s. Die nächsten 6km waren geprägt von Gehpausen und Entspannungsübungen für den Bauchbereich, sowie 5-6 Dixie-Stopps a´3min. - das drückte natürlich die bis dahin aussichtsreiche gute Endzeit, die weit unter meinen Vorstellungen lag. Ab Km 30 lief es dann wieder besser und ich konnte die nächsten 8km wieder vorsichtig laufen. An Verpflegung war aber seit den Magenkrämpfen nicht mehr zu denken und so war inzwischen alle Energie verbraucht und es wurde noch sehr zäh bis zum Ziel.

Auch Heinz und Thomas hatten während des Marathons Probleme und erlebten Abschnitte die mehr saft- und kraftlos waren als flüssig. An den Temperaturen soll es nicht gelegen haben - es wurde zwar warm, aber nie heiß. So muss es wohl an der Alpentour gelegen haben, die beide in den Beinen hatten - so war zumindest das Fazit der beiden. Die 30-45min. Zeitverlust wurde aber gerne toleriert, aufgrund des tollen Tage in den Alpen.

Am Ende des Tages stand dann fest, das lediglich Harald und Ich unsere gesteckten Ziele erreicht hatten. Haralds Schwimmleistung und meine Sub12h. Alle anderen waren aber genauso zufrieden ob der schönen Tage die wir rund ums Event erlebten. Ein großer Applaus und vielen Dank darf man an dieser Stelle auch den "IronWomen" zukommen lassen. Denn auch unsere Frauen und die Schwegler-Ladies haben viele Kilometer zurück gelegt um Uns anzutreiben und aufzumuntern. Dasselbe Programm erlebte ich im letzten Jahr als Staffel-Schwimmer und Zuschauer und weiß wie fertig man selbst am Ende ist !

 

Challenge Roth - ein unvergessliches Erlebnis und ein traumhafter Triathlonwettkampf mit Herz und Charme. Ich habe mich im Landkreis und um das Challenge-Rennen so wohl gefühlt, das ich mich bereits für das nächste Jahr angemeldet habe. Prosit.

PlatzPl.-AKNameAKZielSchw./ … / Laufen
1318180» SCHWEGLER, Heinz (GER)M4511:22:521:24:56 - 05:10 - 5:17:27 - 04:19 -4:31:02
1698440» WOLFBEISZ, Ralph (GER)M4011:56:181:06:00 - 02:35 - 6:04:25 - 04:55 - 4:38:24
1911132» CLAUS, Thomas (GER)M5012:24:091:25:14 - 05:47 - 5:49:07 - 05:09 - 4:58:55
  » GUNTER, Matthias (GER)M40 1:26:36 - 05:45 - 5:50:01 - 07:28 - XXX
  » SCHMIDT, Harald (GER)M45 59:35 - 02:13 - 6:04:13 - 02:46 - XXX