4. Grabener Duathlon 2012
Seit 2012 : Individuelle Leistung in Graben
Die ersten drei Austragunge
n des Grabener Duathlons glichen, vom Laufern abgesehen, einem Radrennen und forderte von allen Teilnehmern taktische Überlegungen um einen bestmöglichen Platz im Feld zu erreichen. Das bedeutete z.B. das man gar nicht volle Pulle rennen musste, weil man evtl. sonst alleine die Wechselzone erreichte und später eh keine Chance gegen die berauschten Radgruppen hatte. So erging es im Vorjahr Beate Leischwitz, die in ihrer Duo-Staffel mit Birgit Pfisterer sehr früh auf die Strecke geschickt wurde, um dann als Einzelkämpferin auf dem Rad zu verhungern. Die Veranstaltung war also suboptimal für schnelle Läufer, die aus ihrer Sahnediziplin nur wenig Profit schlagen konnten.
Seit diesem Jahr hat der Veranstalter RV Graben 1906 das Reglement geändert und auf der Radstrecke herrscht nun Windschattenfahrverbot. So stand es in der Ausschreibung und so wurde es in der Wettkampfbesprechung auch klar formuliert. Mit drei Motorradfahrern auf der Radstrecke werde das kontrolliert und mit Verwarnungen/ Disqualifikationen auch geahndet.
Nun ja, ich war skeptisch ob sich die große Anzahl von reinen Radathleten daran halten würde - zumal keiner genau wusste wie groß der Abstand zum vorausfahrenden Teilnehmer sein sollte. Ich zumindest wollte mich pinkelig an die Vorgaben halten und "sauber" fahren.
Desweiteren wurde die Gesamtstrecke größer und umfasst nun 5km Laufen - 35,3Km Radfahren - 5Km Laufen. (ehemals 4-34-4)
Die Veranstaltung war wieder sehr familär vom Radverein aufgezogen. Als Antrittspräsent gab es ein kleines leckeres Brot einer lokalen Bäckerei. Der Startpreis ist weiterhin sehr günstig und die Zeitnahme durch Maxx-Timing recht professionell. Die Laufstrecke ist gut gekennzeichnet und mit wegweisenden Helfern versehen. Die Radstrecke ist komplett für den Autoverkehr gesperrt und aufgrund einer Änderung gegenüber 2011 nun auch sicherer. Zwei Wendepunkte vor den Ortschaften Rußheim und Dettenheim machen zwar die Strecke etwas langsamer, dafür sind plötzlich auftauchende Autos, die aus Garagen ausfahren nun ausgeschlossen. Ein dickes Plus also für unsere Sicherheit.
Aber jetzt genug gesabbelt - jetzt will ich zum Wesentlichen kommen ........ *obwohl mir noch mehr einfallen würde, grins*
Ca. hundert Läufer (inkl. Staffelfn) machten sich pünktlich um 9.30 Uhr auf den Weg zum Wendepunkt. Es ging erstaunlich flott los und man merkte der Meute an, das die Zahl 5 keinen Schrecken verbeitet - auch nicht wenn Kilometer dahinter steht. Ich hielt mich zurück und lief zwar auch flott, aber immer mit Reserven. Die Kräfte schwinden noch früh genug bei so einer Hatz.
Nach 21:40 min. wechselte ich ziemlich flott und begab mich auf den Carbonesel ........... *häh, klingt komisch*, um dort alles rauszuhauen. Für die 35,3 Kilometer nahm ich mir eine Reisedauer von nicht mehr als 60min. vor und das sollte auch gut klappen.
Trotz des Ärgers über soviele unfair fahrende Teilnehmer, die mir entgegen kamen und von den beauftragten Motoradfahrern zwar verwarnt, aber nicht bestraft wurden, fuhr ich komplett alleine gegen wehende Winde. Nach 58einhalb Minuten war die Radfahrt abgehakt und ich konnte einen "gefühlten" Superwechsel durchziehen, der mich regelrecht auf die Laufstrecke schleuderte. Genutzt hat das aber recht wenig. Ziemlich viele Körnchen lagen auf der Radstrecke, die ich dort verloren hatte. Auch die aufgestaute Wut über die lange anhaltenden, offensichtlichen Regelverstöße auf der Radstrecke halfen mir nicht zu explodieren. Ich war schon ziemlich schlaff und konnte nur noch im 4:50er Km-Schnitt laufen, was mir eine punktgenaue 24 Minuten-Zeit einbrachte und eine Gesamtzeit von 1:46:32 Std.
Diese Zeit reichte zu einem Mittelfeldplatz - 33er von 66 Männern und 11er von 26 in meiner AK. Obwohl ich weit vom Ruhm entfernt bin, konnte ich mir eine höfliche Frage an den Veranstalter, wieviele denn nun disqualifiziert wurden, nicht verkneifen. Ein erschrockenes Gesicht und noch kein Feedback von den Motoradfahrern bekam ich als Antwort. Als ich ihm kurz meine Ansicht vom Verlauf mitteilte und das insbesondere das komplette Frauenpodest und das vorn platzierte Männerfeld grob gegen die Regeln verstießen, wurde diese Sache bei der Siegerehrung auch deutlich angesprochen und für das nächste Jahr konsequentes Durchgreifen und Zeitstrafen in Aussicht gestellt. Das der Veranstalter dieses Jahr bei den Strafen nochmal ein Auge zudrückte, weil man davon ausging das es regelkonform laufen würde, fand ich ganz gut. Vor allem, weil ich den Eindruck hatte, das man es nächstes Jahr tatsächlich schärfer angehen würde und einen ehrlichen Wettkampf wolle.
RW


